Meine Geschichte

Warum ich hier meine Geschichte erzähle?

Nicht weil sie so toll oder so traurig ist. Ich möchte von mir erzählen und vielleicht anderen zu helfen. Rückblickend kann ich behaupten, es gibt Möglichkeiten, Lösungen und auch eine Zukunft. Aber es geht nicht ohne HILFE.

Ich werde hier nicht ins Detail gehen oder Namen nennen. Nicht weil ich es nicht will, sondern weil hier nicht der Platz dafür ist und es hier auch nicht darum geht.

Hätte man mich Anfang 2004 gefragt, wie mein Leben läuft, hätte ich nur positives berichten können. Ich hatte den Job meines Lebens! Ich arbeitete mit Menschen mit Behinderungen und das mit ganzem Herzen, ich erfüllte mir einen Kindheitstraum und kaufte mir meinen ersten Land Rover und ein Motorrad besaß ich eh. Die Aussichten waren gut, mein Leben war fast perfekt.

Leider ereignete sich in diesem Jahr dann etwas, das mein Leben grundlegend änderte.

Ich nenne es mal mein „Bigbang“.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich aber noch keine Ahnung von den Ausmaßen, da ich einfach weiter funktionieren musste, um die Zusatzausbildung in der Abendschule abzuschließen zu können. Kurz danach erkrankte mein Vater und verstarb fast zeitgleich mit meinen Abschlussprüfungen.

Nach all den Jahren hatte ich plötzlich ganz viel Zeit. Die Abendschule und das ganze Lernen dafür war zu Ende. Viel Zeit zu haben ist nicht gut, wenn in einem etwas nicht stimmt. Es dauerte etwa 10 Monate bis nichts mehr ging. Ich arbeitete bis ich weinend und verzweifelt auf der Arbeit zusammen sackte und selber einsah, ich schaffe das nicht mehr alleine. Ich ging zu meinem Hausarzt.

Er versorgte mich mit Medikamenten und schrieb mich krank.

Ich begab mich in eine Tagesklinik um mein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Die Zeit in der Klinik hat mir sehr geholfen, wobei ich aber sagen muss, es waren eher die Mitpatienten und nicht wirklich die Klinik. Bei meiner Entlassung erhielt ich keinen Bericht, er wurde direkt an meinen Psychologen geschickt. Der Abschlussbericht war mit dem Vermerk versehen, nicht dem Patienten zeigen. Ich sage mal nur soviel, wäre es nicht so traurig, könnte man herzhaft darüber lachen.

Ich ging wieder zurück in den Beruf und mein Leben normalisierte sich wieder.

Alles wurde wieder GUT! ALLES? Nein, mein eigentliches Problem wurde ja gar nicht gefunden. Aber trotz alle dem waren die nächsten Jahre gut und ich konnte das Leben wieder genießen.

Die Auswirkungen meines „Bigbang“ verfolgten mich aber immer weiter und wuchsen unbemerkt wie Unkraut in mir weiter. Nahrung bekamen sie durch Situationen, die ich so gar nicht wahr nahm, die aber weitere Narben auf meiner Seele hinterließen.

Meine Wahrnehmung und mein Handeln veränderten sich im Laufe der Jahre und und immer wieder kam es zu Krisen. Ich nahm wieder Kontakt zu meinem Psychologen auf. Ich entschied mich zum Wechseln meines Arbeitsplatzes, auf Kosten von Geld aber zum Gewinn von viel Zeit. Aber es half nur kurz, ich hing zu diesem Zeitpunkt schon viel zu tief drinnen und im Nachhinein bin ich mir auch sehr sicher, dass ich zu diesem Zeitpunkt schon depressiv war.

Ich suchte weiterhin Hilfe in den Gesprächen mit meinem Psychologen und zeigte sich, das ich in einem Ethischem Dilemma stecke.

Unter einem ethischen Dilemma versteht man eine ethisch-moralische Entscheidungssituation, in der mehrere Handlungen gleichzeitig geboten sind, sich gegenseitig aber ausschließen. Die Befolgung des einen Gebots führt zum Verstoß gegen das andere. Anders formuliert: Die Befolgung des Richtigen führt gleichzeitig zum Verstoß gegen das Richtige. (Wikipedia.de)

Ich entschied mich, meinen bisherigen Beruf (Berufung) zu verlassen. Mit Hilfe fand ich einen geeigneten Job, der anfangs auch half.

Aus jetziger Sicht, war zu dem Zeitpunkt aber schon, dass sich das unvermeidliche nicht zu vermeiden ist. Ich suchte weiterhin meinen Psychologen, versuchte eine REHA zu beantragen und wechselte im Laufe von 3 Jahren 4 mal den Arbeitgeber.

Warum man sich erst Jahre lang das Leben schwer macht und sich selber quält und den ganzen Scheiß versucht zu ertragen und sich immer wieder einen in die Tasche lügt und nach außen eine gute Mine aufsetzt, um seinem Umfeld nicht die Wahrheit zu zeigen?

Warum man das tut? Leider habe darauf keine Antwort für jeden.

Ich musste scheinbar erst ganz unten Ankommen, um den Weg nach oben einschlagen zu können.

Ich suchte mir einen Platz in einer ambulanten Psychiatrie, um diesmal wirklich herauszufinden was mit mir Los ist.

Bei mir wurden schwere Depressionen diagnostiziert und 13 Wochen später durfte ich wieder gehen. Hier fand ich die Ursache für so viele Dinge, die mir gar nicht bewusst waren. Ich fand und finde immer noch neue Wege in ein neues Leben. Es ist nicht mehr das gleiche, aber das ist gut so.

Ich bin immer noch der Selbe, weder Besser noch Schlechter, nur Anders!

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